Gelesen: Ala Al-Aswani «Der Jakubijân-Bau»
Datum: Februar 14th, 2010 | Themen: Allgemein | Tags: Ägypten, Epos, Nordafrika | 1 Kommentar »
In Ägypten liess zuerst das Buch, dann der Film die Wellen hochschlagen. Ala Al-Aswani lässt im «yakubinischen Bau» alle gesellschaftlichen Schichten Ägyptens auftreten. Liebevoll inszeniert er den Grossstadt-Epos, beginnt gemächlich, findet in der Buchmitte an Tempo und schliesst furios.
In einem grossen Kairoer Stadthaus leben sie nebeneinander; die Armen in Kabüffchen auf dem Dach, die Reichen unter ihnen in grosszügigen Stadtwohnungen. Der ältere wohlhabende Kosmopolit und Schützenjäger, der junge, schwule Chefredaktor in Liebeswirren, der orienterungslose Student mit Kontakten zur muslimischen Brüderschaft, die junge Powerfrau im Kulturclinch, der neureiche Emporkömmling, …

Mehrere Erzählstränge laufen parallel, die Kapitel folgen sich rhytmisch, nur getrennt durch einen Zeilensprung. Man taucht ein, in verschiedene Denkwelten, in Schicksale, Trübsale und Freuden. Schlussendlich verweben sich die Fäden zum klaren Bild und mit den letzten Seiten wird zwar nichts – oder fast nichts – so, wie man es sich erhoffte, aber es bleibt auch nicht Ratlosigkeit, sondern etwas wie Ahnung und Nähe zu den Seelen im «Jakubijân-Bau».
«Gelesenes» im Notizblog…
Mehr über den «Jakubijân-Bau»:
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