The New Yorker: 5 Gründe für mein neues Abo

Datum: Januar 19th, 2011 | Themen: Weltweit | Tags: , , | Keine Kommentare »

Dann und wann muss man sich was Gutes tun. Wie gerade eben mein Neuabo für den New Yorker – das garantiert beste Feuilleton Magazin der Welt.

Aber es gibt ja neben dem erwähnten Superlativ und dem sehr sehr günstigen Preis von nur 120 $ (47 Ausgaben! im internationalen Abo) auch 5 gewichtige Gründer für mein Abo:

1. Nostalgie
Als Heranwachsender hatten meine Eltern schon ein Abo. Vom Inhalt des NewYorker verstand ich zwar höchstens mal einen Cartoon (und den auch nur im Wortsinn). Aber die Covers – die habe ich geliebt. Und mit ihnen meine Zimmertür tapeziert. Hätt ich das doch fotografiert. Ich fands wahnsinnig.

2. Cartoons
Der NewYorker Humor ist so saharatrocken und auf den Punkt. OK, ein Printabo dafür wär nicht nötig – die Cartoons sind ja alle Online einsehbar – via die einfache URL www.newyorker.com/humor.

3. Content
Die Geschichten sind noch immer ungefähr doppelt (und da fremdsprachlich gefühlt etwa dreimal) so lang wie ein TagiMagi-Artikel. Aber halt einfach diesen Tick stil- und gehaltvoller. Vielleicht auch nur Einbildung.

4. Bekenntnis
Das Abo ist (neben meinen Tageszeitungsabos) mein Bekenntnis zum Print. Obwohl: Zusammen mit dem Abo bekomme ich auch die ganze, eindrücklich grosse Palette an Online-Angeboten des New Yorker. Die Integration von Online- und Print ist hier perfekt gelöst.

5. Fern- und Heimweh
Und schliesslich bekomme ich mit dem Heft auch wöchentlich eine üppige Portion «Talk Of the Town» aus meiner Lieblingsstadt. Das lässt mich irgendwie in Verbindung bleiben. (Was es damit auf sich hat liest sich hier, hier, hier und hier).


Wenn alles stimmt – milimetergenau

Datum: Februar 13th, 2010 | Themen: Lebenskunst, Weltweit | Tags: , , | Keine Kommentare »

Es gibt Menschen, die sich ihr Leben ganz wunderbar einrichten. Irgendwie passt einfach alles.


David Byrne: Ein Besuch in seinem Büro

Datum: Februar 6th, 2010 | Themen: Soundcheck, Weltweit | Tags: , , | Keine Kommentare »

Ich bin ja ein grosser Bewunderer von David Byrne. Obwohl ich nur wenige seiner Soloplatten oder Talking Heads Alben besitze. Aber alles was Byrne in die Hände nimmt, hat Stil, Qualität, Ausstrahlung. Auch seine monatlich neu aufgesetzte Playlist ist empfehlenswert.

Heute bin ich zufällig via das geniale Musikmagazin «The Fader» auf einen 3-teiligen Besuch in seinem Büro gestossen. Viel Vergnügen! Ich baue hier mal Teil 1 ein – Teil 2 und Teil 3 sind dann nicht mehr weit:


Viva Italia: meine Canzoni

Datum: Mai 11th, 2008 | Themen: Allgemein, Weltweit | Kommentare »

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Mein letzter Blogeintrag war zur Weihnachtszeit – mit Lieblingssongs zum Fest. Unterdessen ist der Sommer zurück und mit ihm die Lust an lauen Abenden, an mediterranem Lebensgefühl und… an italienischem Liedgut.

Hier meine urpersönliche Canzoni-Kompilation. In 30-Sekunden-Auszügen aus LastFM und mit kurzen Gedanken zu den Songperlen:

Lucio Dalla L’Anno Che Verra

Dalla schreibt einem Freund zum Neujahr. Ich kann/konnte sehr wenig Italiensch, die 1. Strophe aber auswendig: «Caro amico ti scrivo….»
Francesco de Gregori La Storia

De Gregori durfte ich in SonyMusic Zeiten treffen. Ein grosser Cantautore, ein feiner Mensch.
Antonello Venditti Ci Vorebbe Un Amico

Wo de Gregori und Dalla sind, darf Venditti nicht fehlen. Zusammen sind sie die «Scuola Romana».
Fabrizio de Andre Andrea

Die Legende aus Genua starb 1999 viel zu früh an Krebs. «Andrea» nahm er bereits 78 auf. Kennt ihr die Mandoline darauf?
Eros Ramazotti Adesso Tu

1985; meine ältere Schwester war 14 und wurde langsam seltsam. Der Song lief ununterbrochen. Aber irgendwie bewunderte ich sie.
Gianna Nannini Profumo

Kurz später brachen bei mir diese Gefühle auf. Gianna war zur Stelle. «Voglio il tuo profumo!». Schmerz.
Toto Cutugno L’Italiano Vero

Verrückt: Salvatore «Toto» Cutugno wird dieses Jahr 65. Sein «Italiano» ist die Ferienhymne schlechthin.
Umberto Tozzi & RAF Gente Di Mare

…oder doch eher dieser? Ich parkiere ihn in die Ecke «peinlichster Lieblingssong».
Paolo Conte Via Con Me

Der Refrain sagt alles: «Via con me – it’s wonderful, wonderful».
Edoardo Bennato L’Isola Che Non C’é

Eines meiner ersten Live-Erlebnisse vor 20 Jahren. Ich wusste: Wer Bennato hört, hat Geschmack. Find ich heute noch.
Alice Per Elisa

Dass es hier um Heroin und nicht um eine Frau geht, wusste ich lange nicht.
Jovanotti Per Te

Jahrzehnte jünger als die anderen auf dieser Kompilation, gehört er einfach dazu.

Die Liste ist natürlich nicht abschliessend (Zucchero, Baglioni, Rossi, …). Und wächst hoffentlich in den nächsten Jahren noch.


Mein New York: Letter to D.C. Klein, Manhattan

Datum: Juni 15th, 2007 | Themen: Weltweit | Keine Kommentare »

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Dear David

In the last weeks I wrote three little articles about New York, my favourite city in the world. Just to give some advice to my parents for their adventure at the big apple. One was about my gladness concerning this trip in general, one about Coney Island/Brighton Beach and one about seeing Manhattan from the Hudson.
Today, one day before their departure, I close this serial with this letter to you.

First of all, let me thank you. For being a part of my childhood memories (and the ones of my 4 brothers and sisters). There was always this mysterious gentleman somewhere very far away, something like a phenomenon. This man was living with a very nice little daughter by the name of Kelly (I always loved the sound of her name) in a Skyscraper (that’s what I thought). Maybe I also heard the word «jewish» then for the first time. My mother Hanny had only good words for you and the time she spent in NYC. And regularly some pieces of evidence for your existency arrived in Winterthur/Switzerland. Flowers and nuts from Hawaii, postcards from exotic destinations, and every week – the New Yorker Magazine. That’s how I learned about good quality writing and journalism. Even if I don’t understood this magazin, I knew it was great. Later on, when I was around fifteen, I collected the front covers and I papered my room door with it. It looked great and that was SO EXCLUSIVE, nobody else had that.
Later on I had the chance to learn more about the city and to take several trips. Do you remember once we met in this italian winebar around the corner of your office? We spent some hours and glasses and it was great to meet – finally – the phantom himself. A milestone. I was then couple of years older as my mother was in her NY-time. You met my expectations surprisingly good and it was really funny.

In the last years we pushed mom (and dad too of course) continuosly to make this trip. To be honest: I didn’t believe that would happen once. Now – they are finally on the way. What an adventure. I hope, they pace themself in this incredible city and the expectations are not too high.

And here starts the second part of this letter. Three askings:

1) Please be patient with my parents. Even if they are very cultured cosmopolitans, please consider – most of their holidays they spend at a beautiful and calm seaside village in tuscany. No building has more than 4 floors. And remember, even if my parents have young “souls”, they are getting elderly people slowly but surely and I don’t know if they can take on with the speed of a new york survivor.

2) Push my parents. Sounds contradictorily to 1) but I think there is no reason to hesitate confronting them with the uniqueness of this city. And who could do that better than you? I don’t think they will return to NY so soon, so let’s go.

3) Don’t scare them. I know – you Manhattanites would never move a foot to the other boroughs. But I’m sure they would love this trip trough Brooklyn to see Coney Island et cetera.

That’s it for the moment. I’m so anxious to hear stories about the trip.
I hope, I didn’t bore you with these words. They are addressed to you, but of course to my parents too.
Again – maybe you’ve never been aware about that – but thank you very much for having my mother in your house back then and for building this cultural bridge between Manhattan and Winterthur/Switzerland – just for everything you did and you do for my parents and our entire clan.

Yours
Dominik


Mein New York: Vom Wasser aus

Datum: Juni 15th, 2007 | Themen: Weltweit | Kommentare »

Höchste Zeit nochmals einen kleinen Tipp anzufügen. Einen kurzen – weil es schon spät ist: Ich denke, die Insel (Manhattan) solltet ihr unbedingt mindestens einmal vom Wasser aus sehen. Dafür gibt es meiner Meinung nach etwa drei Möglichkeiten:

Circleline Cruises
Mit dem Schiff (ab 42nd Street, Pier 83) rund um die Insel. Sehr sehr sehr tourimässig. Aber auch sehr übersichtlich. Die 3-Stunden Tour geht 6x pro Tag, die 2-Stunden-Version nur 2x. Hier der Fahrplan.

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Die Staten Island Fähre
Das ist natürlich massiv authentischer. Nehmt die Fähre nach Staten Island und zurück. Das ist übrigens eines der berühmten “five boroughs” von NYC, neben Queens, Brooklyn, Bronx und natürlich Manhattan. Sie legt ab am südlichsten Zipfel Manhattans , gerade beim Battery Park. Sehr regelmässig.

Die Brooklyn Bridge
Oder von der wunderbaren Brooklyn Bridge aus.

Hat man die Insel mal umkreist, von der Südspitze aus angesehen oder von der Brooklyn Bridge aus, versteht man die Stadt und die “five boroughs” gleich viel besser.

PS: Hier übrigens noch ganz pragmatisch aber vielleicht nützlich ein guter Link-Tipp zur Seite von New York City for Visitors mit den Top Attractions… Oder hier die New Yorkology, mit Cheap Stuff, hier ist die Staten Island Ferry auch erwähnt.

PSII: Achtung, das war noch nicht alles, morgen setz ich noch einen drauf…


Mein New York: Coney Island & Brighton Beach

Datum: Juni 4th, 2007 | Themen: Weltweit | Kommentare »

Mit diesem Ausflug – er lässt sich stressfrei in einem guten Halbtag machen – trefft ihr mehrere Fliegen mit einem Schlag: Ihr entflieht für ein paar Stunden dem Treiben und den Häuserschluchten von Manhattan, durchquert auf einer wunderbaren (vielfach oberirdischen) U-Bahnfahrt das einzigartige Brooklyn, geniesst ein Stündchen romantisches Strandleben und lernt dann kurz vor der Rückfahrt Russland (richtig gehört) von einer neuen Seite kennen.

Der Reihe nach: Ihr steigt in Manhattan in die Subway-Linien D, F, N oder Q (alle diese Links führen übrigens zu den sagenhaften Wikipedia-Seiten über die entsprechenden Linien) und geniesst die rund 45 bis höchstens 60-minütige Fahrt bis Coney-Island Stillwell Avenue, der berühmten Haupthaltestelle von Coney Island. Von hier aus quert ihr zwei Strassen und steht auf dem berühmten Boardwalk, einem leicht erhöhten cirka 15 Meter breiten Holzquai, und geniesst den grosszügigen Blick auf das weite Meer. Hier flanieren die New Yorker schon – ich übertreibe nicht – seit bald 200 Jahren. Ihr haltet jetzt links, Richtung Osten, nehmt euch Zeit und hier am Imbiss ein paar fritierte Shrimps und trinkt etwas.

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(1997 am Strand von Coney Island, rechts im Hintergrund noch zu sehen die berühmte 8er-Bahn, ich las sie wurde im Jahr 2000 abgerissen)

Nach rund eineinhalb Kilometer gemütlichen Spaziergangs habt ihr vielleicht genug Meerluft inhaliert. Taucht jetzt vor der Rückreise nochmals in die ganze Verrücktheit dieses globalen Schüttelbechers ein: Das Quartier heisst Brighton Beach, nach dem berühmten englischen Seebad. Hier wohnt ein ganz gut durchmischtes Volk, angereist hauptsächlich in zwei grossen Flüchtlings-Strömen in den 30ern und 40ern aus dem 2. Weltkrieg und in den 70ern aus Russland. Die Gegend ist daher sehr russisch geprägt und beim Spaziergang zur Station Brighton Beach (mit der Subway B fährt ihr gemütlich und non-stop wieder nach Hause auf die Manhattan-Insel zu den 212-ern) lest Ihr viele kyrilische Anschriften und hört einiges Russisch. Im Juni haben sie halt keine Breschnev-Kappen mehr an, darum müsst ihr zweimal hinschauen und -hören.

Ich empfehle diesen Trip allen New York-Reisenden. Einige sind zu faul dafür, keine Ahnung wieso – streng ist es nicht. Andere haben Angst, das macht mich ebenso ratlos: Vorher flog man schliesslich auf 10′000 Metern Höhe um die Welt und steht dann unter 300 Meter-Häusern. Zugegeben: Wir beobachteten damals diesen Typen an der Subwaystation, der sich schreiend das Unterhemd in Streifen riss und versuchte, eine lebende Taube damit zu fesseln. Aber im ÖV-Stress gerät man vielleicht mal ausser sich. Trotzdem – lasst Euch auch nicht von Manhattern verunsichern. Denen ist eh alles ungeheuer, was nicht auf ihrer Insel stattfindet. Gönnt Euch die meeresruhigen Schritte zwischen Stillwell Avenue und Brighton Beach. Es ist diese einzigartige Mischung aus Ruhe (am Strand), Natur (das Meer) und Niedergang (die ächzenden und angeschlagenen Rummelpark-Anlagen und die bunt bemalten Snack Bars) die hier so bezaubert.

Coney Island gehört in das Inventar der Orte, die ich in meinem Leben immer wieder besuchen will. Die Orte, die man für sich zur Heimat macht.

PS: Es ist natürlich abgedroschen, in einem Blog die Möglichkeiten von Wikipedia zu rühmen – was aber über die New York Subway und ALL ihre Stationen und Linien da drin steht ist der helle Wahnsinn.


New York: wichtige Reise in meine Hauptstadt

Datum: Mai 30th, 2007 | Themen: Weltweit | Keine Kommentare »

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«Manhattan war seine Stadt und würde es auch immer sein»
heisst es im Prolog von Woody Allens Meisterwerk. Mir selber wurde die grosse Liebe zu ihr wohl in die Wiege gelegt. Irgendwann in den späten 60ern verbrachte meine Mutter einige prägende Monate in Manhattan. Und brachte viele Anektoten mit nach Hause, so dass ich mir schon sehr früh ein Bild machte: Es waren sehr hohe Häuser drauf, das UNO-Gebäude, der Madison Square Garden und die Ein-Kind-Familie eines jüdischen Anwalts in einer feinen Wohnung, wo meine Mutter wohnte. Sie sei in der ganzen Zeit nicht einen (oder einen?) Abend zu Hause gewesen. Sonst Konzerte, Empfänge, Dinners, …. New York war für mich voll von Kultur, von Leben, von verrückten Erlebnissen und Menschen. Meine Reisen dahin (1996, 1997, 1998, 2000, 2001), die Verbindung zu meinem Journi-Kumpel Ruedi Amstutz (Grüsse nach BayRidge Brooklyn und ein Test ob er sich selber googelt) vertieften die Eindrücke und die Zuneigung. Unterdessen war ich also Jahre nicht da und habe sowas wie Heimweh.

Jetzt, vierzig Jahre nach ihrer letzten New York Reise, brechen meine Eltern auf. Mitte Juni, für zehn Tage. Das freut mich sehr. Den jüdischen Anwalt gibt es tatsächlich noch – er ist unvorstellbar alt. Ich hatte während meiner 98er-Reise das Glück, den kauzigen Seigneur zu treffen. Er war damals schon über achzig, arbeitete aber immer noch. Wir verabredeten uns per Telefon, ich holte ihn ab in seiner Kanzlei, irgendwo nähe Times Square und etwa im 15. Stock. Mitten im Nachmittag besuchten wir eine italienische Weinbar, ich erzählte von der Schweiz, meiner Familie, er von New York und wir tranken ein paar Gläser. Ich war älter als die junge Frau, die er als meine Mutter drei Jahrzehnte vorher kennen lernte.

Ich habe mir gewünscht dass meine Mutter, meine Eltern diese Reise machen. Dass sie das Bündel wirklich packen, freut mich sehr. Bis zur Abreise werde ich darum noch versuchen, den einen oder anderen Tipp via Notizblog zu übermitteln. Meine ganz persönlichen Empfehlungen, mein New York. Spontan kommen mir in den Sinn: Coney Island, Brighton Beach, Strandbooks, den Hudson, …