Ich helfe mit ein Konzert zu veranstalten! Ein ganz speziell schönes! Und lade ganz herzlich (und absolut kostenfrei) dazu ein:

 

DOINA – Klezmer meets Gypsy meets Balkan

SAMSTAG 15. September 2012

Balkan-Sound trifft Klezmer und Gypsy. Überschäumende Fröhlichkeit und tiefste Melancholie. Wunderbar schräge Sounds, kraftvoller Ausdruck, sanfte Poesie. Ein Konzerterlebnis für Musikfreunde jeden Alters.

Doina sind:  Sabine Furrer, Violine; Valentin Wandeler, Klarinette; Andreas Gohl, Akkordeon & Piano; Fridolin Blumer, Bass

Türöffnung und Barbetrieb ab 19h.
EINTRITT FREI (Kollekte)
Pfarreisaal der Kirche Bruder Klaus,
Milchbuckstrasse 73, 8006 Zürich
Bei Haltestelle Langmaurstrasse, Tram 9 oder 10
(Karte)

 

Dann und wann muss man sich was Gutes tun. Wie gerade eben mein Neuabo für den New Yorker – das garantiert beste Feuilleton Magazin der Welt.

Aber es gibt ja neben dem erwähnten Superlativ und dem sehr sehr günstigen Preis von nur 120 $ (47 Ausgaben! im internationalen Abo) auch 5 gewichtige Gründer für mein Abo:

1. Nostalgie
Als Heranwachsender hatten meine Eltern schon ein Abo. Vom Inhalt des NewYorker verstand ich zwar höchstens mal einen Cartoon (und den auch nur im Wortsinn). Aber die Covers – die habe ich geliebt. Und mit ihnen meine Zimmertür tapeziert. Hätt ich das doch fotografiert. Ich fands wahnsinnig.

2. Cartoons
Der NewYorker Humor ist so saharatrocken und auf den Punkt. OK, ein Printabo dafür wär nicht nötig – die Cartoons sind ja alle Online einsehbar – via die einfache URL www.newyorker.com/humor.

3. Content
Die Geschichten sind noch immer ungefähr doppelt (und da fremdsprachlich gefühlt etwa dreimal) so lang wie ein TagiMagi-Artikel. Aber halt einfach diesen Tick stil- und gehaltvoller. Vielleicht auch nur Einbildung.

4. Bekenntnis
Das Abo ist (neben meinen Tageszeitungsabos) mein Bekenntnis zum Print. Obwohl: Zusammen mit dem Abo bekomme ich auch die ganze, eindrücklich grosse Palette an Online-Angeboten des New Yorker. Die Integration von Online- und Print ist hier perfekt gelöst.

5. Fern- und Heimweh
Und schliesslich bekomme ich mit dem Heft auch wöchentlich eine üppige Portion «Talk Of the Town» aus meiner Lieblingsstadt. Das lässt mich irgendwie in Verbindung bleiben. (Was es damit auf sich hat liest sich hier, hier, hier und hier).

Gelesen habe ich diesen wunderbaren Roman bereits im Frühling 2008. Seither habe ich immer und immer wieder Exemplare davon verschenkt. Weil die Geschichte so unvergleichlich leicht, tief, schön, romantisch, fantastisch, oppulent, humorvoll, sinnlich und stark ist. Über einen, der auf die Bäume stieg und ein ganzes Leben nie mehr runter kam.

Oben in den Baumkronen der ligurischen Küste spielt der Roman «Der Baron auf den Bäumen» des Italieners Italo Calvino (1923-1985). Irgendwann zu Napoleons Zeit beschliesst in einer italienischen Grafschaft der 12-jährige Spross einer Edelsfamilie fortan in den Baumkronen zu leben und nie mehr einen Fuss auf die Erde zu setzen. Er hält den Schwur und nicht einmal zum Sterben steigt er – gut 50 Jahre älter – hinunter.

Es ist die  Geschichte über einen «Abgehobenen», über einen Verweigerer. Trotz oder grad wegen seiner Verrückt- und Entrücktheit wird er zum Volks- und Frauenheld, zum Robin Hood der Baumkronen, zum Literat und zum Beobachter des kleinbürgerlichen Lebens mit Bodenhaftung.

Was fasziniert ist dieser radikale Entschluss für den eigenen Weg. Hier die räumliche und «weltanschauliche» Distanz und dort immer wieder das Engagement des Barons für seine Mitmenschen «unter» ihm. Der Text oszilliert vom Abenteuer-Roman zum Märchen und zur romantischen Komödie. Ich bin kein Bücher-mehrfach-Leser. Aber diese Geschichte vereint eine solch grosse Interpretationsvielfalt mit sprachlicher Schönheit und Unterhaltungswert, dass ich hier dann vielleicht mal eine Ausnahme mache. Und garantiert noch viele Exemplare davon kaufe.

Links:
– kluger  Aufsatz «Calvinos politischer Roman vom Baron auf den Bäumen»
– Der Baron auf den Bäumen bei Amazon und als Hörbuch
– mehr über Italo Calvino (Wikipedia)

Jakubijan BauIn Ägypten liess zuerst das Buch, dann der Film die Wellen hochschlagen. Ala Al-Aswani lässt im «yakubinischen Bau» alle gesellschaftlichen Schichten Ägyptens auftreten. Liebevoll inszeniert er den Grossstadt-Epos, beginnt gemächlich, findet in der Buchmitte an Tempo und schliesst furios.

In einem grossen Kairoer Stadthaus leben sie nebeneinander; die Armen in Kabüffchen auf dem Dach, die Reichen unter ihnen in grosszügigen Stadtwohnungen.  Der ältere wohlhabende Kosmopolit und Schützenjäger, der junge, schwule Chefredaktor in Liebeswirren, der orienterungslose Student mit Kontakten zur muslimischen Brüderschaft, die junge Powerfrau im Kulturclinch, der neureiche Emporkömmling, …

Cairo Egypt Skyline

Mehrere Erzählstränge laufen parallel, die Kapitel folgen sich rhytmisch, nur getrennt durch einen Zeilensprung. Man taucht ein, in verschiedene Denkwelten, in Schicksale, Trübsale und Freuden. Schlussendlich verweben sich die Fäden zum klaren Bild und mit den letzten Seiten wird zwar nichts – oder fast nichts – so, wie man es sich erhoffte, aber es bleibt auch nicht Ratlosigkeit, sondern etwas wie Ahnung und Nähe zu den Seelen im «Jakubijân-Bau».

«Gelesenes» im Notizblog…

Mehr über den «Jakubijân-Bau»:
Amazon
, Buch.ch, DVD bei cede.ch, Trailer YouTube