Dein kreatives Biest braucht Freiraum, Zuneigung, Offenheit
Datum: April 30th, 2010 | Themen: Lebenskunst | Tags: Kreativ, Lebenskunst | Keine Kommentare »(via Marco Malacarne – merci!)
(via Marco Malacarne – merci!)
Bis jetzt völlig an mir vorbeigegangen. Wieder mal typisch schwedische Musik:
Gelesen habe ich diesen wunderbaren Roman bereits im Frühling 2008. Seither habe ich immer und immer wieder Exemplare davon verschenkt. Weil die Geschichte so unvergleichlich leicht, tief, schön, romantisch, fantastisch, oppulent, humorvoll, sinnlich und stark ist. Über einen, der auf die Bäume stieg und ein ganzes Leben nie mehr runter kam.
Oben in den Baumkronen der ligurischen Küste spielt der Roman «Der Baron auf den Bäumen» des Italieners Italo Calvino (1923-1985). Irgendwann zu Napoleons Zeit beschliesst in einer italienischen Grafschaft der 12-jährige Spross einer Edelsfamilie fortan in den Baumkronen zu leben und nie mehr einen Fuss auf die Erde zu setzen. Er hält den Schwur und nicht einmal zum Sterben steigt er – gut 50 Jahre älter – hinunter.
Es ist die Geschichte über einen «Abgehobenen», über einen Verweigerer. Trotz oder grad wegen seiner Verrückt- und Entrücktheit wird er zum Volks- und Frauenheld, zum Robin Hood der Baumkronen, zum Literat und zum Beobachter des kleinbürgerlichen Lebens mit Bodenhaftung.
Was fasziniert ist dieser radikale Entschluss für den eigenen Weg. Hier die räumliche und «weltanschauliche» Distanz und dort immer wieder das Engagement des Barons für seine Mitmenschen «unter» ihm. Der Text oszilliert vom Abenteuer-Roman zum Märchen und zur romantischen Komödie. Ich bin kein Bücher-mehrfach-Leser. Aber diese Geschichte vereint eine solch grosse Interpretationsvielfalt mit sprachlicher Schönheit und Unterhaltungswert, dass ich hier dann vielleicht mal eine Ausnahme mache. Und garantiert noch viele Exemplare davon kaufe.
Links:
– kluger Aufsatz «Calvinos politischer Roman vom Baron auf den Bäumen»
– Der Baron auf den Bäumen bei Amazon und als Hörbuch
– mehr über Italo Calvino (Wikipedia)
The Heavy (myspace) «Cause For Alarm» – einmal mehr entdeckt durch meinen (nach DRS3/Sounds) zurverlässigsten Soundlieferanten: KCRW.com.
Fotos halt bloss in mässiger iPhone 3G Qualität – hat ja aber schon fast Lomo-Charme…
In Ägypten liess zuerst das Buch, dann der Film die Wellen hochschlagen. Ala Al-Aswani lässt im «yakubinischen Bau» alle gesellschaftlichen Schichten Ägyptens auftreten. Liebevoll inszeniert er den Grossstadt-Epos, beginnt gemächlich, findet in der Buchmitte an Tempo und schliesst furios.
In einem grossen Kairoer Stadthaus leben sie nebeneinander; die Armen in Kabüffchen auf dem Dach, die Reichen unter ihnen in grosszügigen Stadtwohnungen. Der ältere wohlhabende Kosmopolit und Schützenjäger, der junge, schwule Chefredaktor in Liebeswirren, der orienterungslose Student mit Kontakten zur muslimischen Brüderschaft, die junge Powerfrau im Kulturclinch, der neureiche Emporkömmling, …

Mehrere Erzählstränge laufen parallel, die Kapitel folgen sich rhytmisch, nur getrennt durch einen Zeilensprung. Man taucht ein, in verschiedene Denkwelten, in Schicksale, Trübsale und Freuden. Schlussendlich verweben sich die Fäden zum klaren Bild und mit den letzten Seiten wird zwar nichts – oder fast nichts – so, wie man es sich erhoffte, aber es bleibt auch nicht Ratlosigkeit, sondern etwas wie Ahnung und Nähe zu den Seelen im «Jakubijân-Bau».
«Gelesenes» im Notizblog…
Mehr über den «Jakubijân-Bau»:
Amazon, Buch.ch, DVD bei cede.ch, Trailer YouTube
Es gibt Menschen, die sich ihr Leben ganz wunderbar einrichten. Irgendwie passt einfach alles.
Ein harziger Wiedereinstieg. 0:0 gegen ein schwaches Xamax Neuenburg (Bericht SF). So oft vergebens angerannt. Aber endlich wieder die wunderbare handgestrickte Fandevotionalie getragen.
Danke Andrea!
Ich bin ja ein grosser Bewunderer von David Byrne. Obwohl ich nur wenige seiner Soloplatten oder Talking Heads Alben besitze. Aber alles was Byrne in die Hände nimmt, hat Stil, Qualität, Ausstrahlung. Auch seine monatlich neu aufgesetzte Playlist ist empfehlenswert.
Heute bin ich zufällig via das geniale Musikmagazin «The Fader» auf einen 3-teiligen Besuch in seinem Büro gestossen. Viel Vergnügen! Ich baue hier mal Teil 1 ein – Teil 2 und Teil 3 sind dann nicht mehr weit:

«Jetzt hab ich grad Lust auf Musik von Amadeus Mozart Wolfgang».
(Lucie, 6)